Auf römischen Pfaden über die Alpen

Fanfarenzug Bretten radelte von Mittenwald an den Gardasee

(FZB) Für die elfte Radtour des Fanfarenzuges hatten sich die Organisatoren in diesem Jahr eine Alpenüberquerung vorgenommen. Als Guide konnte der erfahrene Alpenüberquerer Oliver Groß gewonnen werden, der eine anspruchsvolle Tour von Mittenwald nach Torbole am Gardasee ausarbeitete. 370 Kilometer in vier Tagen, an denen exakt 2000 Höhenmeter zu überwinden waren. Die Route folgte über weiten Strecken der historischen Via Claudia Augusta, die die Römer beim großen Alpenfeldzug im Jahre 15 v. Chr. benutzten und anschließend zur Staatsstraße ausbauten. Direkt nach dem Start in Mittenwald wartete schon der erste Anstieg auf rund 1.300 Meter bei Buchen, bevor es in rauschender Abfahrt hinab ins Inntal ging. Dort ging es stetig flußaufwärts bis zum ersten Etappenziel in Landeck. Der zweite Tag war dann schon die Königsetappe der Tour mit dem Aufstieg ins obere Inntal. An der historischen Cajetansbrücke begann auf einer versteckten Nebenstraße der schweißtreibende Anstieg in elf engen Serpentinen hoch zur Norbertshöhe. Nach schöner Abfahrt nach Nauders ging es erneut bergan zum Reschenpass, wo bei 1.534 Metern der höchste Punkt der Tour erreicht wurde. Mit herrlichem Blick auf den Reschensee wurde Quartier bezogen. Am Tag drei ging es auf leicht welligem Gelände vorbei am Reschensee und Haidersee bevor die stetige Abfahrt ins Vinschgau begann. Entlang der reißenden Etsch wurden die mittelalterlichen Städtchen Glurns und Laas - berühmt für seinen weißen Marmor - passiert. Allmählich wurde die Etsch breiter und ruhiger, schier endlose Apfelplantagen erstreckten sich entlang des Tales. Meran, Trento und zahlreiche malerische Weinorte mit markanten Kirchtürmen säumten den gut ausgebauten Radweg. Direkt unterhalb der Burg Sigmundskron wurde nach einer Tagesleistung von 110 Kilometern kurz vor Bozen Station gemacht. Weiter ging es der Etsch entlang, immer Richtung Süden. Mit dem Passo San Giovanni trennt ein letzter Höhenzug das Peloton des Fanfarenzuges vom Gardasee. Noch einmal waren 250 Höhenmeter zu erklimmen bevor es in rasanter Schussfahrt durch die Weinberge hinab zum Gardasee ging. Mit 22 Fahrern im Alter zwischen zwölf und 60 Jahren, war dies die bisher größte Radgruppe des Fanfarenzuges. Den Gepäcktransport und täglich zwei Pausenverpflegungen übernahmen wieder das bewährte Tour-Team Rosemarie Mathews und Peter Weinmann. Als "second guide" meisterte Lolita Groß die verantwortungsvolle Aufgabe, den Tross zusammenzuhalten, leistungsschwächere Teilnehmer zu motivieren und stets wieder ans Feld heranzuführen. So betreut und umsorgt, absolvierten alle Teilnehmer die anspruchsvolle Tour über die Alpen.

 

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Bildunterschrift:

Auf der Norbertshöhe bei Nauders endete einer der schärfsten Anstiege der Alpentour.